Von Barleben in den Weltraum – NASA erhält FuelCon Prüfstand

Nach gut einem halben Jahr Planungs-, Entwicklungs- und Bauphase sowie einer umfangreichen Inbetriebnahme hat am vergangenen Freitag in Magdeburg-Barleben ein weiterer Evaluator S5-HT die Hallen der FuelCon AG verlassen. Die anschließende Reise führt den SOFC-Prüfstand ins knapp 7.000 km entfernte Glenn Research Center - eine bedeutende Forschungseinrichtung der NASA bei Cleveland, Ohio.

Seit 16 Jahren baut die FuelCon AG aus Magdeburg-Barleben kundenspezifisches Testequipment für Brennstoffzellen und Batterien. In dieser Zeit wurden so mehr als 500 Prüfstände in verschiedensten Spezifikationen für Kunden in aller Welt gebaut. Die Bandbreite der Anwendungsbereiche ist dabei mindestens genauso vielfältig, wie die Art der Kunden. Von namenhaften Automobilherstellern, Zulieferern, renommierten Universitäten, weltweit agierenden Forschungseinrichtungen bis hin zu großen Industrieunternehmen wurden bereits für so ziemlich jeden Bereich Prüfstande mit „Quality made in Germany“ produziert.

Mit einem SOFC-Prüfstand der Serie „Evaluator S5-HT“ für die National Aeronautics and Space Administration, kurz NASA, ist die FuelCon AG seit Ende letzten Jahres um ein neues Kapitel der Marke „außergewöhnliche Anwendung“ reicher. Im konkreten Fall wird der Evaluator S5-HT dafür verwendet, um im Glenn Research Center in Cleveland, Ohio Brennstoffzellen für das aktuelle Orion-Projekt zu testen. Mit diesem bereitet die NASA zukünftige bemannten Weltraum-Flüge zur ISS, dem Mond, Asteroiden und perspektivisch auch zum Mars vor. Die getesteten reversiblen Brennstoffzellen sind dabei Bestandteil der Serviceeinheit des Orion-Raumfahrzeugs und dienen der Bereitstellung von Strom, Wasser und Sauerstoff – elementaren Dingen im Weltraum.
 
Letzten Freitag ging es für den Prüfstand nach abgeschlossener Inbetriebnahme in Barleben sowie anschließender Abnahme durch die NASA-Mitarbeiter letztlich auf den Weg in die USA, wo der Evaluator S5-HT in den kommenden Wochen angeschlossen und die Forscher vor Ort in die Bedienung eingewiesen werden. Die hohen Qualitätsanforderungen der US-Weltraumbehörde wurden mit dem S5 bedingungslos erfüllt, so dass mit der Entwicklung und dem Testen der Hochtemperatur-Brennstoffzelle in Cleveland zeitnah losgelegt werden kann.

Bis zur finalen Anwendung bleibt der NASA noch etwas Zeit, da die ersten bemannten Flüge mit dem Raumschiff für 2023 geplant sind. Dann soll mit der Orion jedoch mehrfach der Mond umkreist werden, ehe es später auch bis zum Mars gehen kann. Für die FuelCon AG führt der Weg von Magdeburg-Barleben über Cleveland also zwangsläufig auch in den Weltraum. Und auf diesen Anwendungsbereich ist man natürlich mächtig stolz.